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Britta Tornow

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Kein Stacheldraht auf Pferdeweiden

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Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg (11 LC 206/12) hatte über die tierschutzrechtliche Zulässigkeit von einer mit Stacheldraht umzäunten Pferdeweide zu entscheiden.

 

Die Klägerin hielt neben einer größeren Anzahl Rinder und Schafe auch 20 Pferde. Ihre Weiden waren mit einem Knotengitterzaun und drei darüber gespannten Reihen Stacheldraht eingezäunt. Die oberste Reihe Stacheldraht führte Strom.

Zur Verteidigung ihrer Abzäunung trug die Klägerin vor, dass es sich bei ihren Pferden hauptsächlich um die intelligente und ausgeglichene Rasse „Tinker“ handele, die auch als Wagenpferde von der Klägerin genutzt würden. Es handele sich um geschlossene Herden ohne Unruhen durch Rangstreitigkeiten. Darüber hinaus seien die Zäune deshalb keine Gefahr für die Tiere, weil sie regelmäßig gepflegt – also insbesondere nachgespannt – würden und so eng gespannt wären, dass die Pferde ihre Köpfe nicht durch den Zaun stecken könnten. Der Draht sei für die Tiere auch hinreichend sichtbar, da er an eng beieinander stehenden Rundpfählen befestigt wie. Drahtverletzungen habe es seit 15 Jahren nicht gegeben.

Wie schon die Vorinstanz ließ das Oberverwaltungsgericht die Klägerin nicht mit dieser Argumentation durchkommen. Die zuständige Amtstierärztin, der vom Gericht bestellte Sachverständige, das Positionspapier der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V., die Tierärztekammer Niedersachsen, die BMELV-Leitlinien und die „Empfehlung zur Freilandhaltung von Pferden“ erklären übereinstimmend: Auf Grund der hohen Verletzungsträchtigkeit – resultierend aus der schlechten Sichtbarkeit und der Gefährlichkeit des Stacheldrahtes an sich – sind derart umzäunte Pferdeweiden nur dann in Hinblick auf den Tierschutz zu tolerieren, wenn sie durch einen weiteren gut sichtbaren Innenzaun - wie z.B. eine stromführende, breite weiße Litze - im Abstand von mindestens 50 cm zum Außenzaun derart gesichert sind, dass ein direkter Kontakt der Pferde zum Stacheldrahtzaun verhindert wird.

Die Abgrenzung einer Pferdeweide allein mit Stacheldraht ist immer tierschutzwidrig.

Markiert in: Tierschutz
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Gast Dienstag, 12 November 2019
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