HomeBlogTagsTurniersport

Britta Tornow

Rechtsanwältin

  • Home
    Home Hier findest Du alle Beiträge der Seite.
  • Kategorien
    Kategorien Zeigt alle Kategorien.
  • Tags
    Tags Zeigt eine Liste von Tags die im Beitrag verwendet wurden.
  • Autoren
    Autoren Suche nach Mitgliedern.
  • Team-Blogs
    Team-Blogs Suche nach Teams.
  • Login
    Login Anmeldeformular

Ein Pony Fall

  • Schriftgröße: Größer Kleiner
  • Updates abonnieren
  • Drucken
  • Diesen Beitrag melden

Das OLG Hamm (12 U 130/12) entschied über die Klage eines fünfjährigen Mädchens auf Schmerzensgeld und Schadensersatz, nachdem es in einer Reitschule von einem Pony gefallen war und aus diesem Sturz schwerwiegende Verletzungen davon getragen hatte.

Die Beklagte betrieb eine Reitschule die bereits Kinder ab einem sehr jungen Alter an das Reiten heranführte. Zu diesen Kindern gehörte auch die Klägerin: Sie wurde, im Wechsel mit weiteren Kindern ihres Alters, an einer 1-2 m langen Longe auf einem mit Decke und Haltegriff versehenem Pony im langsamen Schritt longiert. Zum Ende der Reitstunde kam es zum Unfall als die Klägerin frei sitzend in die Hände klatschen sollte. Es ist zwischen den Parteien streitig, ob das Pony zu diesem Zeitpunkt stand oder sich weiter im langsamen Schritt bewegte. In jedem Fall aber rutschte die Klägerin auf der Außenseite des Longierkreises vom Pony und verletzte sich bei diesem Fall.

Die Klägerin, bzw. deren Erziehungsberechtigte, beruft sich nun in erster Linie auf den Haftungsgrund der Tierhalterhaftung. Das Pony sei zum Unfallzeitpunkt übermüdet und gereizt gewesen, und deshalb nicht zum Reitunterricht geeignet gewesen. Die Klägerin sei dem Verhalten des Tieres gänzlich ausgeliefert gewesen. Diese allgemeine, in der Natur des Tieres liegende Gefahr, habe sich realisiert, als das Kind von ihm herunterfiel und sich massiv verletzte.

Nun mag der ein oder andere Ponyhalter einwerfen, dass es durchaus in der Natur des Ponys läge, und es darüber hinaus sogar ein Stück weit seine ihm zugedachte Aufgabe wäre, Kinder abzusetzen. Diesen ebenso pauschalen wie unfairen Vorwurf der auch in der Anspruchsbegründung der Klägerin mitschwang ließ das Gericht jedoch nicht auf dem treuen Reittier sitzen. Es sprach das Pony von jedem Vorwurf des eigenwilligen Verhaltens – jedenfalls im konkreten Fall – frei. Das Pony habe sich anweisungsgemäß verhalten. Ponys können nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn Reiter von ihm abfallen. Es ist nicht die dem Pony innewohnende Gefahr, wenn der ihm zugedachte Reiter nicht in der Lage ist, sich auf dem mit Haltegriffen versehenen Ponyrücken in der vom Pony verlangten Gangart im Gleichgewicht zu halten. Diese Verantwortung kann der Entscheidungsträger nicht auf das Tier abwälzen.

Auch der Ansatzpunkt der Klägerin ihren Schadensersatzanspruch mit einer Verletzung des Unterrichtsvertrags zu begründen, drang nicht durch. Zwar merkte das Gericht an, dass es möglicherweise erfolgversprechender gewesen wäre, hätte die Longenführerin versucht, die Klägerin an dem ihr zugewandten Bein festzuhalten, statt zu versuchen, auf die andere Seite das Tieres zu laufen, um die Klägerin aufzufangen. Jedoch hielt es weder diesen Punkt, noch die restlichen von der Klägerin bemängelten Umstände wie Uhrzeit der Reitstunde, eine Überbelegung der Reitstunde und zu harte Bodenverhältnisse für geeignet, die Klage zu stützen.

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz also wurde die Klage abgewiesen.

Markiert in: Tierhalterhaftung
in Urteile Pferderecht 0 Kommentare
Bewerte diesen Beitrag:
1

Kommentare

  • Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!

Kommentar hinterlassen

Gast Dienstag, 20 August 2019
Go to top